Go Daddy zieht sich aus China zurück

Nachdem Google sich massiv gegen Chinas Zensur gewehrt hat und nicht mehr bereit ist, eine Selbstzensur der Chinesischen Seiten durchzuführen, schränkt ein weiteres US-Unternehmen seine Aktivitäten in China ein.

Go Daddy, der größte Domain-Registrator, wird keine Domains mit der Endung „.cn“ mehr herausgeben. Grund dafür sind die verschärften Vorschriften des „China Internet Network Information Centre (CNNIC). Bisher war es möglich, mit Name, Adresse und Telefonnr. eine Domain zu bekommen.

 

Das CNNIC hat seine Vorschriften zum betreiben einer Domain jetzt drastisch verschärft. So sollen ab sofort umfangreiche Firmenpapiere und sogar Fotos der Domainbetreiber vorgelegt werden. Go Daddy, der zur Zeit rund 27.000 .cn-Domains verwaltet, reagierte. Laut einer Sprecherin des Unternehmens, seien diese Vorschriften nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich wollen die Behörden mehr Kontrolle auf die Chinesischen Staatsbürger ausüben. Bei Go Daddy sehe man die Sicherheit der Domainbetreiber gefährdet, also werden keine .cn-Domains mehr vergeben. Lediglich bestehende Domains werden weiterhin verwaltet.

Damit ist Go Daddy schon das zweite US-Unternehmen, welches mit der Chinesischen Regierung nicht mehr klar kommt und sich zurück zieht. Und mit Sicherheit nicht das letzte, denn Computerhersteller Dell stellt zur Zeit Überlegungen an, seine Produktionsstätten von China nach Indien zu verlegen. Bei Dell lege man Wert auf Rechtssicherheit und ein Wirtschaftsfreundliches Klima. Bisher wurden aber noch keine Entscheidungen gefällt.

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