Massenpanik auf Loveparade – Mindestens 19 tote
Im Eingangsbereich, in einem Tunnel kam es gestern auf der Loveparade zur Massenpanik. Mindestens 19 Personen starben in dem Gedränge, über 350 wurden verletzt. Während die ersten Raver den alten Güterbahnhof wieder verlassen wollten, strömten noch Zigtausende auf das Gelände. Von beiden Seiten führte der Weg durch einen Tunnel, der zum Nadelöhr wurde und schließlich die Panik ausbrach.
Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen. Von beiden Seiten strömten Menschenmassen in den Tunnel, der für viele zur Todesfalle wurde. Gegen 17.00 Uhr stauten sich so viele Menschen in dem Tunnel, dass Panik ausbrach. Das Gedränge wurde so heftig, dass viele keine Luft mehr bekamen. Erste Raver wurden bewusstlos, fielen hin und wurden regelrecht totgetrampelt.
Kurz vor Ausbruch der Massenpanik, warnen Besucher die Polizei. Sie waren nur noch mit mühe aus dem überfüllten Tunnel entkommen und warnten vor dem Chaos. Wegen Überfüllung war das Gelände abgesperrt worden, aber immer mehr Besucher drängten in den Tunnel, um auf die Party zu kommen.
Die Polizei soll anfangs noch Machtlos an den Ein- und Ausgängen gestanden haben, bis die Situation eskalierte und immer mehr Menschen in Panik versuchten, gewaltsam den Tunnel zu verlassen. Augenzeugen erzählen, dass die Besucher übereinander kletterten. Bis zu fünf Personen übereinander, die untersten wurden totgetrampelt. Immer mehr fielen in Ohnmacht und drohten ebenfalls unter den Menschenmassen zu sterben.
Unterdessen lief die Loveparade weiter, um eine weitere Panik zu verhindern. Die Notausgänge wurden geöffnet und der Hauptbahnhof musste gesperrt werden, weil hunderte Besucher versuchten, über die Gleise zu entkommen. Die A59 wurde auch gesperrt, damit Rettungskräfte schneller auf das Bahngelände kommen können und verletzte in die Krankenhäuser gebracht werden können. Mit Hubschraubern wurden Verletzte reihenweise in die Unfallklinik Duisburg geflogen. Die meisten wiesen schlimme Schnittwunden und Quetschungen auf. Bis in die späte Nacht mussten rund 350 teils schwer verletzte Personen abtransportiert und versorgt werden.




