Loveparade-Katastrophe: Schuldabweisungen und göttliche Strafe
Gerade mal einen Tag ist die Katastrophe her, bei der 19 Menschen ihr Leben verloren und hunderte verletzt wurden und schon geht es um Schuldabweisungen. Niemand will für das Drama verantwortlich sein und manch Promi äußert sich zu dem Vorfall. Nicht nur Verständnisvoll, teils mehr als nur unpassend. Allen voran Eva Herman, die gleich von göttlicher Strafe spricht.
Erfinder der Loveparade, Dr. Motte, ist erschüttert und traurig über das Geschehene und macht Chef-Organisator , Rainer Schaller für die Katastrophe verantwortlich. Er habe überhaupt keine Erfahrung von solchen Events und das Einzige, was zählen würde, ist der Umsatz. Er habe aus einer friedlichen Demonstration eine Geldmaschine gemacht, für die 19 Menschen mit dem Leben bezahlten, so Motte. Über die Zukunft der Loveparade sagt er, dass sie mit der Idee der Liebe geboren wurde und mit der Tragödie des Todes gestorben ist.
Eva Hermann, die immer wieder versucht, von sich Reden zu machen, hat sich gewaltig in die Nesseln gesetzt und sich bei vielen verdammt unbeliebt gemacht. In geradezu lächerlicher religiöser Weise bezeichnet sie die Loveparade als „schamloses Treiben“ und spricht von einer „göttlichen Strafe“.
Mit der Überschrift „Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg” beginnt sie ihr unqualifiziertes Geläster im Internet und zieht über die Opfer her. “Man muss nicht ausgesprochen prüde sein, um sich hier nach kurzer Zeit mit Grausen abzuwenden. Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung.” Offen zeigt sie ihre Freude über das Geschehene. „Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!
Blind vor Hass und frei von jeglichem Mitgefühl schreibt sie weiter: „Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW.“
„Das ohrenbetäubende, stereotype Rave-Gehämmere, das nicht mehr im Geringsten etwas mit dem einstmaligen Begriff von Musik zu tun hat, zerschmettert ihnen über zahllose Stunden Trommelfelle und Nervenkostüme.“ „Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.“ Es gibt Menschen, die sollten nachdenken, bevor sie reden, aber Herman sollte selbst dann noch den Mund halten.
Davon, dass 19 junge Menschen qualvoll zu Tode getrampelt wurden, wollen die Verantwortlichen nichts wissen und schieben jegliche Schuld von sich. Dabei zeichnet sich jetzt schon ab, dass hier seitens der Veranstalter nur an Profit gedacht wurde. So wurden nur 500.000 Menschen für die Großveranstaltung angemeldet, obwohl man wusste, dass nie so wenig Besucher auf einer Loveparade gewesen sind. Die Besucherzahlen gingen immer deutlich in die Millionen. Und die Stadt hatte sogar nur 250.000 Menschen für das Gelände genehmigt. Tatsächlich aber befanden sich zum Unglückszeitpunkt bereits 1,4 Millionen Besucher auf dem Bahngelände. Mittlerweile ermittelt auch die Staatsanwaltschaft und hat Akten beschlagnahmt.
Chef-Organisator Rainer Schaller gab gestern das Ende der Loveparade bekannt. Aus Respekt gegenüber den Toten und den Angehörigen, wolle man die Tradition der Veranstaltung nicht mehr fortsetzen.




