Massenmörder von Oslo – Richter fährt Breivik über den Mund
Heute hatte der Massenmörder von Oslo, Anders Behring Breivik, seinen ersten öffentlichen Auftritt vor Gericht und wollte an die anwesenden Hinterbliebenen der Opfer eine Rede halten. Der norwegische Richter spielte aber nicht mit und fuhr dem Angeklagten über den Mund. Der für heute angesetzte Haftprüfungstermin sollte nicht Gelegenheit für seine Selbstdarstellung bieten. Breivik sollte vor dem Osloer Amtsgericht für weitere 12 Wochen mit einem umfassenden Besuchs- und Briefverbot belegt werden. Auch der Zugang zu Zeitung und anderen Medien sollen dem 32-Jährigen verwehrt bleiben.
Für den Massenmörder, der im Sommer 2011 77 Menschen getötet hatte, war es der erste öffentliche Termin, bei dem er seine Tat hätte erklären können. Bereits nach seiner Festnahme zeigte er großes Interesse, seine Einstellung zu rechtfertigen.
Im Gerichtssaal waren neben 170 Journalisten auch viele Hinterbliebene der Opfer und Überlebende der Anschläge anwesend. Diese Menschen weiter demütigen zu können, wollte der Richter nicht zulassen und hinderte den Mörder an einer Rede.
Die Staatsanwaltschaft hatte einen Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft gestellt. Breivik, der seit dem 22. Juli in Haft ist, soll für weitere 12 Wochen in Untersuchungshaft bleiben. In der gesamten Zeit soll er keinen Zugang zu irgendwelchen Medien haben und von der Außenwelt abgeschottet bleiben. Breiviks Anwälte wollen versuchen, dem Angeklagten den Zugang zu verschiedenen Medien zu verschaffen.
Breivik hatte im Juli 2011 69 überwiegend Jugendliche Menschen auf der Insel Utoya eiskalt erschossen. Zuvor verübte er mit einer Autobombe im Osloer Regierungsviertel einen Anschlag und tötete dabei 8 Menschen. Das Gericht will noch bis vor dem ersten Jahrestag der Anschläge zu einem Urteil kommen. Norwegische Behörden wollen im Laufe des Tages die Pläne zum Ablauf der Gerichtsprozesse bekanntgeben.




